2. Unterrichtsergänzende Angebote

2.1 Projekttage Lernen lernen

 Wer kennt das nicht: Hausaufgaben vergessen, unordentliche Heftführung, Ärger mit der Vorbereitung für Klassenarbeiten und dem zügigen Lernen usw. Nicht nur Schülern und Lehrern, sondern auch vielen Eltern entfleuchen bei dieser Aufzählung aufrichtige Seufzer.

Natürlich gibt es kein Patentrezept zur Lösung dieser Schwierigkeiten. Es stellt sich für alle Betroffenen die Frage, wie man diesen Ärger reduzieren oder vermeiden könnte. Ein Gesichtspunkt ist sicherlich ein Unterricht, der bei den Erfahrungen und Interessen der Schüler ansetzt und eigenverantwortliche und problemorientierte Lehr- Lern-Prozesse initiiert. Dieses setzt aber voraus, dass Schüler in der Lage sind selbstständig, aktiv, kreativ und zielstrebig zu lernen – kurzum das „eigenverantwortliche und selbstständige Lernen“ umsetzen.

 

Das Kollegium der Friedrich-von-Bodelschwingh-Realschule hat sich bei der Umsetzung Frage nach dem „Wie?“ von den Erfahrungen unserer Kollegen der Realschule Enger überzeugen lassen.

„Der Ansatz

·        ist systematisch (sowohl in der zeitlichen Abfolge als auch im inhaltlichen Aufbau (vom Leichten zum Schweren, vom Einfachen zum Komplexen), indem ausgearbeitet Themenbausteine an sog. Schwerpunkttagen entsprechend vermittelt werden

·        folgt lernbiologischen und –psychologischen Prinzipien (altersgemäße Inhalte, Vermittlung in kleinen Portionen, gehirngerechtes Lernen, ständiges Wiederholen und Vertiefen)

·        ist spiralcurricular aufgebaut (es wird sichergestellt, dass die Inhalte im Laufe des Schuljahrs und jeweils von Schuljahr zu Schuljahr systematisch wiederholt und vertieft werden)

·        ist leicht praktikabel (keine langen Einarbeitungszeiten, leicht umsetzbar)

·        ist fächerübergreifend und integrativ (die Methoden lassen sich auf die einzelnen Fächer übertragen)

·        ist handlungsorientiert (Schüler lernen durch eigenes Handeln)

·        ist erfahrungsorientiert (Schüler erkennen und verstehen bestimmte lernpsychologische und –biologische Abläufe und Zusammenhänge durch eigenes Tun und Experimentieren)

·        ist für alle Lehrer der Schule verbindlich

·        beinhaltet somit Verantwortung (die Umsetzung bleibt nicht dem Zufall überlassen, sondern liegt in der Verantwortung eines Lehrers).

In unserer Schule ist das Prinzip der „Bausteine“, in der Erprobungsstufe, Klasse 5 beginnend und dann systematisch über das Schuljahr und über die Klassenstufen verteilt eingeführt, es wird geübt und angewandt.

In den Klassen 5 bis 10 werden zwei Projekttage zum „Lernen lernen“ durchgeführt. Die Klassen 5 und 6 haben in den ersten Schulwochen einen dritten Projekttag.

 

 Themen „Lernen lernen

 

 

Jahrgang

 

 

Thema

Klasse 5

Einführungswoche:

·        Arbeitsplatz (I)

·        Hausaufgaben / Hefte, Ordner (II)

·        Mind-Mapping (III)

·        Effektives Üben (IV)

Klasse 6

I.                     Lesetechniken

II.                   Vorbereitung auf Klassenarbeiten

Klasse 7

I.                     Zeitplanung

II.                   Mentales Visualisieren

Klasse 8

I.                     Informationsbeschaffung

II.                   Visualisierungstechniken

Klasse 9

I.                     Präsentation I

II.                   Selbstüberprüfung

Klasse 10

I.                     Präsentation II

II.                   Textanalyse

 

2.2. Zusammenarbeit mit der örtlichen Stadtbücherei.

 

Unsere Schule arbeitet eng mit der örtlichen Stadtbücherei zusammen. Dieses bietet sich auch wegen der örtlichen Nähe besonders an. Im 5.Jahrgang findet eine Führung durch die Bücherei statt. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich ein Buch aus und erarbeiten ein Lesetagebuch.

Im 6. Jahrgang findet der Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels statt, an dem wir regelmäßig teilnehmen.

 

2.3 Gesundheitsförderung

 Vorbemerkung:

Die Gesundheitsförderung Jugendlicher im Rahmen des Schulbesuchs umfasst zahlreiche Facetten, die aufeinander abgestimmt werden müssen. Es handelt sich um einen fortlaufenden Bildungsprozess, der immer wieder neue Erkenntnisse und Erfahrungen aller am Schulleben beteiligten einschließt und sich somit in ständiger Entwicklung befindet.

Die Gesundheitserziehung ist ein wesentlicher Bestandteil der Lehrpläne des Faches Biologie an Realschulen in NRW. Umfangreiche Themenstellungen sollen dem Jugendlichen Orientierungshilfen im verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Körper geben.

Ziel der schulischen Gesundheitsförderung ist das Gesamtkonzept „Gute gesunde Schule“, das sich auf alle körperlichen, psychischen und sozialen Ressourcen erstreckt, die Gesundheit stärken und fördern.

 

Pausenfrühstück – warmes Mittagessen

Die Schüler/innen erhalten die Gelegenheit eine Ergänzung zum Frühstück im Kioskverkauf zu erwerben. Brötchen, Müsliriegel, Obstsäfte und verschiedene Milchprodukte bilden das Hauptsortiment. Hoch zuckerhaltige Produkte mit geringem Nährstoffgehalt werden nicht angeboten.

Es besteht die Möglichkeit, täglich ein warmes Mittagessen einzunehmen. Dieses muss man am Vortag bei unserem Hausmeister, Herrn Politz, bestellen.

 

2.4  Suchtprävention

 

Projekttage zum Thema „Sucht“

 Ein Kernpunkt der pädagogischen Arbeit zur Gesundheitsförderung an unserer Schule ist die umfangreiche Projektarbeit zur Suchtprävention.

Großen Wert legen wir darauf, dass der Einstieg in das Rauchen möglichst gar nicht erst erfolgt. Deshalb nehmen unsere 6. und 7. Klassen am Projekt „Be smart-don t start“

Teil. Sie verpflichten  sich in der Klassengemeinschaft zum Nichtkonsum und zeigen so bewusst Verantwortung im Umgang mit dem eigenen Körper und denen ihrer Mitmenschen. Zur Dokumentation des Verhaltens wird ein Klassenkalender geführt.

Erreicht die Klasse das Ziel, so darf sie an einem Discobesuch teilnehmen.

 

Klassenstufe                                  Thematik                              Projektdauer

 

Klasse 5

 - Stark im Miteinander – Fair Mobil (Jugendrotkreuz im DRK-

Landesverband Westfalen-Lippe)

 

 1 oder 2 Projekttage

 Klasse 6

 - Tabak/Rauchen

- Alkohol

 

 2 Projekttage

 Klasse 7

 

 - Ess-Störungen

 1 Projekttag

 Klasse 8

 

 - Illegale Drogen

 1 Projekttag

     

 

Insgesamt findet eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen Institutionen statt, insbesondere mit der Beratungsstelle für Suchtkranke und –gefährdete Lengerich des Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Tecklenburg, Schulstraße 71, einer Ernährungsberaterin, der Polizei ( Kommissariat Vorbeugung) ,sowie mit der Westfälischen Klinik in Lengerich, Parkallee 10. Das Jugendzentrum Lengerich ist gerne bereit, Räumlichkeiten für Gruppenarbeit zur Verfügung zu stellen.

Der Lengericher Lehrer-Arbeitskreis Sucht tagt vier- bis fünfmal pro Schuljahr.

2.5 „Lions Quest“ Erwachsen werden

Sokrates, der von 470-399 v. Chr. lebte, schreibt: „Die Jugend liebt heutzutage den Luxus, hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute /.../ widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft /.../ und tyrannisieren ihre Lehrer.“

Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor! Bis heute nichts Neues über den Generationenkampf? – Natürlich ist Sokrates Sicht über Kinder und Jugendliche eine überspitzte; allerdings stellen Jugendliche, die sich nicht in einer Gruppe zurechtfinden und denen gesundes Selbstvertrauen, Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Konfliktfähigkeit fehlen, Eltern, Lehrer und auch Arbeitgeber vor besondere Anforderungen.

In unserem Schulprogramm ist daher der Aspekt der „Erziehung“ als „Lebensvorbereitung“ als Baustein aufgenommen worden.

Die Schüler werden im Lions Quest-Programm geschult. „Erwachsen werden“ ist daher seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 in den Klassen 5 und 6 ein integrativer Bestandteil unseres Unterrichts. Ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer vermitteln Jugendlichen soziale und kommunikative Kompetenzen, damit die seelische und körperliche Gesundheit des einzelnen und der Gemeinschaft gefördert wird. Zur Methodik gehören:

  • Gruppenentwicklung
  • Moderationstechniken
  • Pädagogisches Rollenspiel
  • Konfliktlösungsstrategien
  • Aktivierungsspiele
  • Perspektivenwechsel
  • Präsentation von Ergebnissen
  • Selbstreflexion und Feedback

 

Schülerinnen und Schüler sollen langfristig mehr Selbstvertrauen gewinnen. Sie sollen sich in der Schule und zu Hause besser mitteilen zu können, Konflikte  lösen, eigene Entscheidungen unabhängig vom Gruppendruck  treffen und Nein sagen  können zu Alkohol und anderen Drogen.

„Erwachsen werden“ fördert:

  • die Entwicklung eines gesunden Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls
  • die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen und denen der anderen
  • die Fähigkeit, Kontakte aufzunehmen und Beziehungen einzugehen
  • kritisches Denken und den Mut, die eigene Meinung offen zu vertreten
  • die Bereitschaft für sich selbst und für andere zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen und so das Bewusstsein, etwas bewirken zu können und daraus bestätigen zu können.

 

 

2.6 Berufsorientierung

 

Die Berufsorientierung an unserer Schule hat in den vergangenen Monaten ein neues Gesicht bekommen. So wurden  Kooperationsverträge mit Unternehmen und Institutionen geschlossen, die unseren SchülerInnen frühzeitig einen verbesserten Zugang zur hiesigen Wirtschaft und damit verbundenen vielzähligen Berufsbildern und –angeboten ermöglichen.

Es handelt sich im Einzelnen um Verträge mit

-         der Agentur für Arbeit,

-         unterschiedlichen Wirtschaftsunternehmen in Lengerich (Kooperation mit allen weiterführenden Schulen),

-         dem Unternehmen Kaufland

-         mit der VHS Lengerich.

 

Ziel dieser Kooperationen ist es mehr Einblicke in die Berufswelt zu ermöglichen, d.h. die Berufs- und Arbeitswelt zu erfahren und dadurch eine erhöhte Berufswahlkompetenz frühzeitig zu erreichen.

 

Konkret umgesetzt wird die Zusammenarbeit in nahezu allen Fächern (Politik, Deutsch, Biologie, Chemie, Erdkunde, Physik, Sozialwissenschaften, Kunst, Französisch, Englisch, Religion) und Jahrgangstufen durch Basisbetriebserkundungen in mehreren Unternehmen, Expertenvorträgen, Projekten mit verschiedenen Schwerpunkten je nach unterrichtlichem Inhalt und Fach, Betriebspraktika von 2-14 Tagen, Tipps und Hilfestellungen beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen und -gesprächen bzw. –trainings.

In diesem Zuge wurden auch räumliche Veränderungen vorgenommen. Die Schule verfügt nun über einen Beratungs- und Konferenzraum. Hier besteht die Möglichkeit, die Berufsberatung durchzuführen, der zuständige Berater der Agentur für Arbeit wird diesen Raum ebenfalls nutzen. Zudem steht der Raum auch als Informationszentrale Rund um das Berufsleben (Laufbahnberatung) zur Verfügung. Für die SchülerInnen sind entsprechende Arbeits- und Informationsplätze eingerichtet.

Der Schwerpunkt der Berufswahlvorbereitung erstreckt sich von der Jahrgangsstufe 8 (2. Halbjahr) bis zum Schulabschluss.

Erster Arbeitsbaustein ist die Teilnahme an einem Kompetenzcheck.

In Verbindung mit einem Informationsabend der Handwerkskammer und Vertretern hiesiger Wirtschaftsunternehmen nehmen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 an der Praktikumsausstellung des 9. Jahrgangs teil. Erste Eindrücke und Gespräche sollen Interesse an der Arbeits- und Berufswelt wecken.

 

Rund um den Girls Day (Tagespraktikum) erfahren die Schülerinnen und Schüler  in einer 1. Orientierungsphase -> Wie sieht meine berufliche Zukunft aus? Welche Fähigkeiten und Interessen habe ich und wie, mit wem oder womit arbeite ich gerne.

 

Zu Beginn der Klasse 9 besuchen die Schülerinnen und Schüler mit dem Berufsberater der Agentur für Arbeit das BIZ (Berufinformationszentrum) in Osnabrück. Dort erhalten sie Informationen über die Unterstützung und Arbeitsweise der Agentur für Arbeit im Bereich der Ausbildung- und Berufswahl.

Die Unterrichtsinhalte im Fach Politik dienen der Vorbereitung auf das Betriebspraktikum, das im 2. Halbjahr ansteht. Weitere Einblicke in unterschiedliche Berufszweige und Unternehmen können ebenfalls in kürzeren Praktika im Laufe der Jahrgangsstufe 9 und 10 gewährt werden.

In der Schule steht der Berufsberater in  regelmäßigen Abständen in den Klassen 9 und 10 zu Gesprächen zur Verfügung. Auch eine Beratung mit den Eltern ist wünschens- und erstrebenswert auf dem Weg in die berufliche Zukunft.

 

 

2.7 Schulsanitätsdienst

 

Eine Projektinitiative des Jugendrotkreuzes –

 

Was ist Schulsanitätsdienst?

 

Unfälle passieren ständig und überall, oft auch in der Schule. Oft ist das richtige Verhalten der anwesenden Personen in den ersten Minuten entscheidend zur Vermeidung größerer Schäden. Schulsanitätsdienste sind der Weg, verunglückte Schülerinnen und Schüler (oder auch LehrerInnen) schnellstmöglich durch gut ausgebildete Mitschüler und Mitschülerinnen zu versorgen.

Der Einsatz- und Aufgabenbereich des Schulsanitätsdienstes umfasst den Bereitschaftsdienst in den Pausen, bei Schulveranstaltungen und auf Ausflügen.

Weiterhin ist ein Bereitschaftsdienst während der Unterrichtszeit weitgehend gewährleistet.

 

Pädagogische Zielsetzungen

 

Die Ausbildung in Erster Hilfe...

 

· schafft das Bewusstsein, in Unfallsituationen wirklich helfen zu können

· nimmt die Angst vor Notfällen

· fördert gerade bei Schüler/innen die aktive Handlungsbereitschaft, das Ver      antwortungsbewusstsein und die Selbstständigkeit

· trägt dazu bei, mögliche Gefahren zu erkennen und gefährliche Situationen zu vermeiden

  · verankert Hilfeleistung und Toleranz als Werte im Bewusstsein

 
Wie funktioniert der Schulsanitätsdienst?

 

Der Schulsanitätsdienst ist eine ständige Arbeitsgemeinschaft (AG) an unserer Schule. Eine Lehrkraft  betreut und leitet die Gruppe mit Unterstützung einer Kontaktperson des DRK.

Die Einteilung der Einsatzzeiten erfolgt über einen Wochenplan, der gemeinsam erstellt wird und die täglichen Bereitschaften innerhalb und außerhalb der Pausen regelt. Um bei Unfällen außerhalb der Pausen eine möglichst schnelle Versorgung zu gewährleisten, ist der Dienstplan im Sekretariat ausgehängt.

Somit können bei Bedarf per Sprechanlage die diensthabenden SchulsanitäterInnen schnell unterrichtet werden.

 


Ausbildung und Qualitätssicherung

 

Die SchülerInnen qualifizieren sich für ihre Einsätze durch das Absolvieren eines Erste-Hilfe-Lehrganges. Ein Mitarbeiter des Jugendrotkreuzes Ibbenbüren übernimmt den Ausbildungsunterricht, der ca. 16 Unterrichtsstunden umfasst. Alle SchülerInnen ab der 7. Klasse können nach erfolgreicher Ausbildung SchulsanitäterInnen werden.

Weitere Fortbildungsmaßnahmen zur Sicherung des Ausbildungsstandards übernimmt die betreuende Lehrkraft in Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe des DRK.

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