1. Die Jahrgangsstufen im Überblick

1.1 Erprobungsstufe: 5. und 6. Jahrgang

 Das Ziel der Erprobungsstufe (Klasse 5 und 6) ist die Erprobung, Förderung und Beobachtung der Schüler. Dies dient dazu die Entscheidung über die Eignung des Schülers für die gewählte Schulform sicherer zu machen.

Die Erprobungsstufe bildet eine pädagogische Einheit. Daher gehen die Schüler von der Klasse 5 ohne Versetzung in die Klasse 6 über. Der so genannte „Erprobungsstufenerlass" geht von einem zwei Jahre dauernden Übergangsprozess aus, der das Ziel der Versetzung am Ende der Klasse 6 hat.

Dreimal im Jahr finden Erprobungsstufenkonferenzen statt, in denen alle Lehrer der Klasse und die Lehrer der Grundschule über die Entwicklung der einzelnen Schüler, über etwaige Schwierigkeiten, deren Ursachen und mögliche Wege zu ihrer Überwindung beraten.

Die Verweildauer in der Erprobungsstufe beträgt normalerweise zwei, höchstens drei Jahre. Es ist nur eine Wiederholung in dieser Zeit möglich. Erst zum Ende der Klasse 6 wird endgültig entschieden, ob ein Schüler für die Realschule geeignet ist.

 

1.1.1 Übergang von der Grundschule zur Realschule

 Kinder brauchen Zeit und Ruhe sich zu orientieren, Fuß zu fassen und neue Eindrücke zu verarbeiten. Daher wird ein behutsamer Übergang von der Grundschule zur Realschule angestrebt, um trotz des Wechsels eine Kontinuität zu erhalten.

Klarheit schafft Sicherheit und Ordnung. Daher werden von Anfang an Absprachen über notwendige Grenzen getroffen und entsprechende Verhaltensweisen eingeübt. Grundlage für erfolgreiches Arbeiten ist die Schaffung eines Klassenklimas, das auf Toleranz, Teamfähigkeit, Verantwortlichkeit und Ehrlichkeit beruht.

Die Förderung des selbstständigen, sowie eigen- und mitverantwortlichen Arbeitens ist der erste Schritt auf dem Weg zum „Lernen des Lernens“.

Es findet vor den Anmeldeterminen ein „Tag der offenen Tür“ statt, an dem Eltern und Kinder unsere Schule kennen lernen können.

Vor den Sommerferien findet ein Kennenlerntag statt. Ferner besuchen die zukünftigen Klassenlehrerinnen die Kinder in ihren Grundschulen.

In der ersten Schulwoche ist ein besonderer Stundenplan vorgesehen. So stehen verschiedene Projekte zum Kennenlernen der neuen Schule und der Mitschüler auf dem Programm. Darüber hinaus geht es um das Vertrautmachen mit Arbeitstechniken, das Verhalten in der Schule und den Umgang miteinander.

 

1.1.2 Elternhaus und Schule

 Wir legen Wert auf vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Gespräche mit Eltern sind uns wichtig:

-         Jeder Lehrer/jede Lehrerin hat eine wöchentliche Sprechstunde für eine intensive Beratung

-         Speziell für die Eltern der Klassen 5 bieten wir sechs Wochen nach Schuljahresbeginn einen zusätzlichen Termin bei der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer an. Die Eltern werden darüber informiert , wie sich das Kind eingelebt hat. Ausgiebig wird über die persönliche Entwicklung des Kindes beraten.


1.1.3 Organisatorischer Rahmen der Erprobungsstufe

 - Informationsabend für Eltern und Schüler/innen des 4. Jahrgangs im Januar

- Kontakt- und Beratungsgespräch mit allen Eltern bei der Anmeldung

- Frühzeitige Festlegung der Klassenlehrer für den 5. Jahrgang

- Kontaktaufnahme mit der Grundschule/Besuche/Hospitationen

- Kennenlerntag vor den Sommerferien:

  • Klassen lernen sich und die Klassenlehrer, sowie die neue Umgebung kennen.
  • Schüler und Eltern haben Gelegenheit Fragen zum Schulanfang zu besprechen

- Erster Schultag:

  • Ökumenischer Gottesdienst
  • Feier in der Aula
  • Klassenlehrerzeit

- Zweiter und dritter Schultag:

  • Klassenlehrerstunden nach Absprache
  • Paten, Streitschlichter, Schulsanitäter stellen sich vor.

- Ende der ersten Woche: Wandertag

- Nach sechs Wochen: zusätzlicher Elternsprechtag mit den Klassenlehrern

- Erprobungsstufenkonferenzen: auch enger Kontakt zu den Grundschullehrern

- Im 1. Halbjahr:

  • Informationen zum Thema „Lernen lernen“ und „Erwachsen werden“ im Rahmen der Klassenpflegschaftssitzung

- Gewaltprävention:

  • DRK-Projekt „Fair mobil”

- Gesundheitserziehung:

  • Ein Projekttag zum Thema Alkohol
  • Ein Projekttag zum Thema Nikotin
  • Teilnahme am Nichtraucherwettbewerb: Be Smart – Don’t Start.

- dreitägige Schulwanderung entweder im 5. oder 6. Jahrgang.

- Einzelwandertage

 

1.1.4 LRS-Unterricht

Bei Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwäche wird im Bedarfsfall der Besuch des wöchentlich stattfindenden LRS-Unterrichts angeboten. Anliegen ist eine gezielte Rechtschreib- und Leseförderung. Es wird gezielt an den individuellen Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schülern gearbeitet, verschiedene methodische Hilfen angeboten und ausprobiert.

 

1.1.5 Informationstechnologische Grundbildung

 Seit dem Schuljahr 2005/06 wird bereits ab Klasse 5 eine informationstechnologische Grundbildung vermittelt, wodurch diese einen besonderen Stellenwert an unserer Schule einnimmt. Der Unterricht wird einstündig erteilt. Die Schüler erlernen u. a. den Umgang mit dem Windows-Arbeitsplatz, Grundlagen der Textverarbeitung MS Word 2003 und sie recherchieren im Internet mit Hilfe von Suchdiensten.

Ziel dieser Grundbildung ist es, den Schülern Vorkenntnisse zu vermitteln, um ihnen die Arbeit mit dem Computer im Fachunterricht und gegebenenfalls die Wahlentscheidung für das Fach Informatik im Wahlpflichtbereich zu erleichtern.

 

1.2 Mittelstufe: 7. und 8. Jahrgang

 Die Mittelstufe ist geprägt durch den Beginn des Wahlpflichtunterrichts in Klasse 7. Wir bieten den Schülerinnen und Schülern durch die Möglichkeit der Differenzierung die Entfaltung verschiedener Begabungsrichtungen. Die Wahl eines Schwerpunktfaches gilt für den ganzen Bildungsgang an der Realschule. Spezielle Informationsveranstaltungen und die individuelle Beratung durch den Fachlehrer unterstützen bei der Wahl des richtigen Faches.

 1.2.1 Ziele der Differenzierung

 Für das, was ich gerne tue, bin ich auch bereit, Zeit und Energie zu investieren! Nach diesem Motto soll die Wahl zwischen verschiedenen Neigungsschwerpunkten die Schülerinnen und Schüler zu einer erhöhten Lernbereitschaft motivieren. Durch die Beteiligung an der Entscheidung ihrer zukünftigen Schullaufbahn übernehmen sie einen Teil Selbstverantwortung für ihren eigenen Schulerfolg.

 1.2.2 Organisation der Differenzierung

 Der Wahlpflichtunterricht ist so organisiert, dass 8 Unterrichtsstunden im Kursverband unterrichtet werden – die restlichen Unterrichtsstunden verbleiben weiterhin im Klassenverband. Von diesen 8 Stunden werden 3 Unterrichtsstunden im Wahlpflichtfach erteilt. Es werden drei Klassenarbeiten pro Halbjahr geschrieben. Die übrigen Stunden der Differenzierung werden in den naturwissenschaftlichen Fächern unterrichtet.

 1.2.3 Die Neigungsschwerpunkte

 Folgende Differenzierungsmöglichkeiten gibt es:

  • fremdsprachlicher Bereich:            Französisch oder eine andere Fremdsprache
  • naturwissenschaftlicher Bereich: Chemie

Biologie

Physik

Informatik

Technik

  • sozialwissenschaftlicher Bereich: Sozialwissenschaften
  • musisch-künstlerischer Bereich:    Musik

                                                                       Kunst

Um für beide Realschulen in Lengerich das Angebot im Differenzierungsbereich zu erhöhen, kooperieren wir seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 mit der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule.

1.3 Oberstufe: 9. und 10. Jahrgang

 1.3.1 Schüleraustausch mit Frankreich

 

Seit 1978 besteht ein Schüleraustausch zwischen dem Collège Alfred Jarry in Renazé Mayenne in Frankreich (ca. 1000 km entfernt) und unserer Schule.

Alle zwei Jahre kommen im März die Schüler/innen der 4ème und 3ème (14 bis 15 Jahre) nach Lengerich. Die Schüler/innen des Fremdsprachenkurses Französisch – Kurses des 8. und 9. Jahrganges nehmen die französischen Schüler/innen für 6 Tage auf. Im Mai desselben Jahres findet der Gegenbesuch statt.

Für einige Tage nehmen die Schüler/innen am Schulalltag und am Familienleben der Gastfamilien teil und gewinnen so Einblick in die Kultur des Gastlandes und erweitern ihre sprachlichen Kompetenzen.

Auf der Rückfahrt machen wir tagsüber 8 – 9 Stunden in Paris Station und besuchen die Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt.

Der Austausch dient der Sprachmotivation und der Aufenthalt in einer französischen Familie ist „gelebte“ Landeskunde.

Der Austausch ist ein prägendes Erlebnis in der gesamten Schullaufbahn der Schüler/innen.

 1.3.2 DELF

 DELF ist das einzige vom französischen Erziehungsministerium anerkannte Diplom für Französisch als Fremdsprache mit internationalem Wert. Dieses Sprachzertifikat, das für spätere Bewerbungen oder Praktika im französischsprachigen Ausland wichtig ist, bescheinigt den Schülerinnen und Schülern, dass sie je nach Lernjahren über „lebensnahe“ Grundkompetenzen im Französischen verfügen.

Mit diesen  Grundkenntnissen können sie, mündlich und schriftlich, in Alltagssituationen angemessen auf Französisch kommunizieren.

In einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft wird auf diese Prüfung vorbereitet.

 1.3.3 Cinéfête

 Das Programmkino Cinéma in Münster und das Cinema Arthouse in Osnabrück bieten für Schulklassen französische Filme in Originalsprache( mit deutschen Untertiteln)an. Dazu gibt es im Internet Vorbereitungsmaterial sowie in jedem Jahr eine Lehrerfortbildung.

Dieses Angebot nutzt die Friedrich-von-Bodelschwingh Realschule regelmäßig.

 1.3.4 Skifreizeit

 Seit 2002 findet regelmäßig im Februar oder März eine Skifreizeit der Jahrgangsstufe 10 in den Alpen statt. Zuerst machten wir Station in Obervellach/Kärnten, im März 2005 war erstmals der kleine Ort Natz in Südtirol Ziel der Reise. Natz liegt in der Nähe von Brixen auf einem Hochplateau. Im Fürstenhof werden wir hervorragend untergebracht und erstklassig verpflegt. Die Skigebiete die wir auswählen sind hervorragend für die Anfängerschulung geeignet und auch die Fortgeschrittenen Schüler kommen auf ihre Kosten.

Die positiven Reaktionen seitens der Schüler, der Eltern und der Begleiterteams, sowie die enormen Fortschritte beim Erlernen der Skitechnik durch den Einsatz von Carving-Ski, haben die Schulkonferenz dazu bewogen, Skifreizeiten fest in das Schulprogramm aufzunehmen.

 Ziele der Skifreizeit

  • Gesundes Skifahren durch Erlernen der Carving-Technik
  • Skifahren im Einklang mit Umwelt und Natur
  • Kameradschaftlicher Umgang zwischen Schülern und Lehrern, Geselligkeit
  • Skifahren als sinnvolle Sportart und Freizeitbeschäftigung

 

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